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Tinnitus durch Hilfszellen?
Hilfszellen im Ohr könnten Auslöser für Tinnitus sein
Wissenschaftler der Johns Hopkiins School of Medicine fanden Zellen im Gehör von Säugetieren, die möglicherweise verantwortlich für Tinnitus sind.
Während der Entwicklung des Fötus wird das Gehör fortwährend verfeinert und darauf vorbereitet, Töne zu erkennen und zu interpretieren. Dabei werden im Gehirn regelrechte akustische Karten angelegt, um akustische Signale später korrekt verarbeiten zu können.
Die Forscher konnten nun an Ratten zeigen, dass Hilfszellen in der sich entwickelnden Hörschnecke (Cochlea), die nicht zu den Nervenzellen gehören, möglicherweise an der Entstehung von Tinnitus beteiligt sind. Denn die Hilfszellen können ohne vorliegendes akustisches Signal spontan eine Reaktionskette auslösen. Diese führt letztendlich dazu, dass Nervenzellen aktiviert werden, wodurch das spontane Signal als Geräusch empfunden wird. Auf diese Weise, so vermuten die Forscher, wird das Gehör geschult und auf seine spätere Aufgabe vorbereitet. Bislang wurde angenommen, dass die auch im menschlichen Ohr vorkommenden Hilfszellen nicht direkt mit Nervenzellen kommunizieren könnten.
Sobald sich das Gehör vollständig entwickelt hat, nehmen die spontanen Signale der Hilfszellen ab und werden mit der Zeit vollständig eingestellt, sodass sie das normale Hören nicht beeinträchtigen. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Entwicklung eines Tinnitus darauf beruht, dass dieses System gestört ist. So könnten beispielsweise laute Geräusche die Hilfszellen erneut aktivieren, sodass unabhängig von tatsächlich in der Umwelt vorhandenen Geräuschen dauerhaft Töne oder Geräusche im Ohr entstehen.
Unter Tinnitus (Ohrgeräuschen) versteht man die anhaltende oder wiederkehrende subjektive Wahrnehmung von Tönen oder Geräuschen verschiedenster Art (z.B. Pfeifen, Klingeln, Rauschen, Brummen, Sägen). Andere Personen können den Ton oder das Geräusch nicht hören. Als Ursachen werden verschiedene Erkrankungen wie beispielsweise ein Hörsturz vermutet, die genauen Auslöser beziehungsweise Mechanismen sind bisher jedoch nicht bekannt.
Quelle(n): Tritsch, N.X., Yi, E. et al.: The origin of spontaneous activity in the developing auditory system. Nature, Vol. 450, pp. 50-55 (01. November 2007)
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