Glossar
Hier finden Sie die wichtigsten Stichwörter zum Bereich Hörsturz mit einer kurzen Erläuterung. Auswahl der Stichworte über den Anfangsbuchstaben A C E F H L O P S T AphereseGriechisch: sich fortbewegen, hingetragen werden. Die zu therapeutischen Zwecken eingesetzte Apherese bezeichnet verschiedene Methoden der Blutreinigung außerhalb des Körpers. Dabei werden krankheitsverursachende Substanzen beispielsweise durch Ausfällung und Filtration aus dem Blutplasma des Patienten entfernt. AudiometrieMit Hilfe der Audiometrie wird das Hörvermögen gemessen. Es gibt verschiedene Verfahren. Das bekannteste ist das Vorspielen einzelner Töne mit zunehmender Lautstärke, wobei ermittelt wird, ab welcher Lautstärke ein Ton vom Patienten wahrgenommen wird (Tonaudiometrie). CerumenOhrenschmalz, Sekret der Drüsen im äußeren Gehörgang. extrakorporalAußerhalb des Körpers. FibrinogenBlutplasma besteht aus Wasser und Plasmaeiweißen. Fibrinogen ist eines der Eiweiße und spielt eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung. Ein zu hoher Fibrinogenwert im Blut gilt als ein Risikofaktor bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arteriosklerose. Freiburger SprachtestMit dem genormten Freiburger Sprachtest lässt sich das Sprachverständnis eines Patienten bestimmen. Dazu werden dem Patienten Reihen von Einsilbern und Zahlwörtern vorgespielt, deren Lautstärke sich von Reihe zu Reihe ändert. Es wird der Anteil der verstanden Einsilber oder Zahlwörter bei unterschiedlichen Lautstärken (= Schalldruckpegel in dB (Dezibel)) ermittelt. H.E.L.P.-AphereseH.E.L.P. steht für Heparin-induzierte extrakorporale LDL-Präzipitation. Hierbei werden in einem Blutreinigungsverfahren Stoffe, die den Blutfluss in den Gefäßen behindern bzw. die Gerinnung des Blutes fördern, wie LDL-Cholesterin, Lipoprotein (a) und Fibrinogen aus dem Blut herausgefiltert. Das Verfahren verbessert die Fließeigenschaften des Blutes und optimiert gleichzeitig die Regulation der Gefäßweite, so dass die Durchblutung in den kleinen Gefäßen des Innenohres wieder ansteigt. Die Behandlung wird bei Hörsturzpatienten einmalig durchgeführt und dauert etwa zwei Stunden. HörsturzBeim Hörsturz handelt es sich um eine plötzlich, ohne erkennbaren Anlass auftretende, meist einseitige Hörminderung von unterschiedlichem Schweregrad bis hin zur Ertaubung. Seine Ursache liegt in einer Funktionsstörung des Innenohrs, weshalb man auch von Schallempfindungsschwerhörigkeit oder sensorischer Schwerhörigkeit spricht. HirnstammaudiometrieDie Hirnstammaudiometrie gilt als objektiver Hörtest zur Bestimmung der Hörschwelle. Besonders häufig wird es bei Neugeborenen und Kindern angewandt. Synonym gilt die Bezeichnung BERA (engl. Brainstem Electric Response Audiometry). Über einen Kopfhörer werden nacheinander Geräusche in unterschiedlicher Lautstärke beiden Ohren angeboten. Spezifische Hirnströme werden über Kopfelektroden gemessen und durch einen Computer ausgewertet. Anhand des Schwingungsbildes kann man die Funktionsfähigkeit des Innenohres und der Hörbahn (unter Hörbahn versteht man die Nervenleitung und Signalverarbeitung von der Reizung der Haarzellen im Innenohr bis zur Hörempfindung im Gehirn) bestimmen. Es handelt sich um einen objektiven Hörtest. Bei einem subjektiven Hörtest gibt der Patient an, welche der angebotenen Töne er hört. LDL-CholesterinCholesterin ist wichtiger Bestandteil von Zellmembranen und Grundstoff für die Bildung von Hormonen. Da es nicht im Blut löslich ist, wird es hier von einer Hülle aus Eiweißen (= Proteinen) umgeben. Die so entstehenden Lipoproteine werden nach ihrer Dichte eingeteilt. LDL = Low Density Lipoproteins = Lipoproteine niedriger Dichte. Zuviel LDL im Blut ist für die Entstehung arteriosklerotischer Veränderungen in den Blutgefäßen verantwortlich. Lipoprotein (a)Lipoprotein (a) (= Lp(a)) ist ähnlich wie LDL-Cholesterin aufgebaut. Seine genaue Funktion im Körper ist bis heute noch nicht geklärt. Man weiß jedoch, dass ein hoher Lp(a)-Wert ein Risikofaktor bei der Entstehung von Arteriosklerose ist. Otoakustische Emissionen (OAE)Messung der otoakustischen Emissionen (OAE): Ein Suchtest zur Früherkennung von Schwerhörigkeiten bereits im Säuglingsalter. Zur Messung der OAE wird eine kleine Sonde ins Ohr geführt, die einen Klicklaut von sich gibt. Ist das Gehör intakt und zwar insbesondere die äusseren Haarzellen, reagieren diese Zellen ihrerseits mit Bewegungen, die über die Basilarmembran, die Gehörknöchelchen und das Trommelfell als Schallwelle in den Gehörgang weitergegeben werden und dort von der gleichen Sonde gemessen werden können. Das Ohr nimmt also nicht nur Töne wahr sondern es kann sogar, allerdings sehr leise, Töne erzeugen! OtoskopieOhrenspiegelung. Es handelt sich um die direkte visuelle Untersuchung des äußeren Gehörganges und des Trommelfells mit Hilfe eines Ohrmikroskopes. Prospektive, randomisierte StudieEine prospektive klinische Studie wird durchgeführt, wenn man die medizinische Wirksamkeit einer Behandlungsmethode überprüfen möchte. Dabei wird der Ablauf der Studie im voraus detailliert festgelegt. Randomisiert bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Zufall entscheidet, welcher Studienteilnehmer welche Behandlungsmethode erhält. SprachaudiometrieDas Gehör wird auf Sprachverständnis geprüft. Der Patient erhält einzelne Wörter in unterschiedlicher Lautstärke und muss diese erkennen. Liegt beispielsweise eine fortgeschrittene Innenohrschwerhörigkeit vor, wird auch bei zunehmender Lautstärke kein 100%iges Wortverständnis erreicht. Eine Methode der Sprachaudiometrie ist der Freiburger Sprachtest. StapediusreflexmessungUntersuchungsmethode der Audiometrie. Mit Hilfe eines technischen Gerätes wird die Beweglichkeit der Gehörknöchelchen im Mittelohr gemessen.
Die Beschallung eines Ohres führt ab einer bestimmten Lautstärke bei beiden Ohren zur reflektorischen Kontraktion des Steigbügelmuskels (Musculus stapedius). Dieser winzige Muskel im Mittelohr zieht bei einem sehr lauten Geräusch den Steigbügel weg vom Innenohr. Damit wird das Innenohr vor überlauten Geräuschen geschützt. Diesen Vorgang bezeichnet man als Stapediusreflex. Bei normaler Mittelohrbeweglichkeit bewirkt die Muskelkontraktion eine Verspannung der Gehörknöchelchenkette und damit eine Änderung der Trommelfellbeweglichkeit, die mit einem Impedanzmessgerät registrierbar ist (siehe Tympanometrie).
Ermittelt wird die sogenannte Stapediusreflexschwelle, also der kleinste Pegel, der zu einer messbaren Beweglichkeitsänderung des Trommelfells führt. Vorher muss im äußeren Gehörgang der Druck maximaler Trommelfellbeweglichkeit entsprechend dem Tympanogramm eingestellt werden (siehe Tympanometrie). StimmgabelprüfungEs gibt zwei verschiedene Methoden der Stimmgabelprüfung:
Beim Weber-Versuch wird die Schallleitung durch die Knochen (Knochenleitung) geprüft. Der Arzt setzt die schwingende Stimmgabel auf die Mitte des Kopfes. Ein Mensch, der auf beiden Ohren gleich gut hört, nimmt den Ton in der Kopfmitte bzw. auf beiden Ohren gleich stark wahr.
Liegt auf einem Ohr eine Schallleitungsschwerhörigkeit vor, also ein Defekt von Trommelfell oder Gehörknöchelchen, so gleicht das Innenohr dies bis zu einem gewissen Grad aus und wird empfindlicher. Der Ton der Stimmgabel wird über den Knochen direkt an das Innenohr weitergeleitet und im eigentlich schlechter hörenden Ohr nun lauter wahrgenommen!
Liegt jedoch eine Innenohrschwerhörigkeit vor, so wird der Ton der Stimmgabel im schlechter hörenden Ohr auch tatsächlich leiser wahrgenommen.
Der Rinne-Versuch dient dazu, zwischen Innenohrschwerhörigkeit und Schallleitungsschwerhörigkeit zu unterscheiden. Der Arzt setzt die schwingende Stimmgabel so lange auf den Knochen hinter dem Ohr, bis der Patient nichts mehr hört. Dann prüft er die Luftleitung, indem er die Stimmgabel von dort wegnimmt und vor das Ohr des Patienten hält. Leidet der Patient unter einer Schallleitungsschwerhörigkeit, hört er die Stimmgabel am Knochen hinter seinem Ohr lauter und länger als direkt vor seinem Ohr. Der Rinne-Versuch ist dann negativ. Bei einer Schallempfindungsstörung hört der Patient die Stimmgabel vor seinem Ohr lauter und länger als am Knochen hinter seinem Ohr. Der Rinne-Versuch ist dann positiv. TinnitusUnter Tinnitus versteht man die subjektive Wahrnehmung eines nicht von außen kommenden Tones oder Geräusches, eine Art ständiges Ohrensausen oder Pfeifen im Ohr. Dabei kann der Auslöser für die Ton- bzw. Geräuschempfindung im Ohr oder auch im Gehirn lokalisiert sein. Aus diesem Grund beschreibt der Begriff Tinnitus ein Symptom, stellt aber keine exakte Diagnose dar. Tonaudiometrie nach FowlerUntersuchungsmethode der Audiometrie. Beiden Ohren wird gleichzeitig oder alternierend ein reiner Ton gleicher Frequenz vorgespielt, jedoch in verschiedener und auf einem Ohr zunehmender Lautstärke, bis der Patient den Ton auf beiden Ohren als gleich laut empfindet. Durch diese Untersuchung kann eine Schädigung der Haarzellen von einer Schädigung des Hörnerven abgegrenzt werden, da in ersterem Fall bei höheren Lautstärken die Lautstärkendifferenz zwischen den Ohren geringer wird (Lautausgleich (= positives Recruitment)), während im letzteren Fall die Lautstärkendifferenz gleich bleibt (= negatives Recruitment). Moderne Verfahren wie OAE oder BERA ersetzen heutzutage den in seiner Aussage unsicheren Fowler Test. TympanometrieUntersuchungsmethode der Audiometrie. Sie dient der Untersuchung der Trommelfellbeweglichkeit und des Mittelohrdruckes.
Grundlage der Messung ist die Registrierung der Trommelfellbeweglichkeit und damit die der Gehörknöchelchenkette im Mittelohr. Beschallt man ein Ohr mit normaler Mittelohrfunktion, so wird der größte Teil der Schallenergie in Trommelfellschwingungen umgewandelt und über die Gehörknöchelchen zum Innenohr weitergeleitet. Ein kleinerer Anteil wird vom Trommelfell reflektiert. Das Größenverhältnis dieser beiden Komponenten hängt vom Widerstand (=Impedanz) ab, den das Trommelfell dem einfallenden Schall entgegensetzt. Bei vollgespanntem Trommelfell, z. B. bei Über- oder Unterdruck im Gehörgang, wird mehr Schallenergie vom Trommelfell zurückgestrahlt als bei Normaldruck bzw. normaler Stellung des Trommelfells.
Mittels eines Passstöpsels wird eine Impedanzmesssonde luftdicht in den äußeren Gehörgang eingesetzt. Über die Sonde wird das Ohr mit einem Ton (meist 220 Hz) beschallt und mit Hilfe eines Mikrofons, das ebenfalls über die Sonde an den Gehörgang angeschlossen ist, wird der vom Trommelfell reflektierte Schallanteil gemessen. Tritt eine Änderung der Trommelfellbeweglichkeit ein, so ändert sich der reflektierte Schallanteil. Diese Änderung kann am Messgerät registriert werden.
Bei der Tympanometrie werden mit Hilfe einer über die Sonde angeschlossenen Druckpumpe im äußeren Gehörgang definierte Drücke erzeugt und die damit verbundene Änderung der Trommelfellbeweglichkeit gemessen. Ein Tympanogramm stellt also die Trommelfellbeweglichkeit in Abhängigkeit vom Luftdruck im äußeren Gehörgang dar. Die Beweglichkeit ist dann am größten, wenn der Druck im äußeren Gehörgang und der Druck im Mittelohr gleich sind. Bei normaler Mittelohrfunktion liegt das Maximum der Trommelfellbeweglichkeit bei etwa 0 daPa (Deka-Pascal). |